Gesunde Hufe sind die Grundlage für jede Bewegung. Sie tragen das gesamte Gewicht des Pferdes und sind entscheidend für Leistungsfähigkeit, Mobilität und Wohlbefinden.
Umso wichtiger ist es, Veränderungen frühzeitig wahrzunehmen. Denn eine der gefürchtetsten Erkrankungen im Bereich der Hufgesundheit ist die Hufrehe. Sie kann für Pferde äußerst schmerzhaft sein und langfristig schwerwiegende Folgen für den gesamten Bewegungsapparat haben.
Wärme im Huf, fühliges Laufen oder kleine Veränderungen im Bewegungsablauf sollten deshalb niemals unterschätzt werden.
Was ist Hufrehe?
Hufrehe (Laminitis) ist eine schmerzhafte Entzündung der Huflederhaut. Dabei werden die empfindlichen Strukturen geschädigt, die das Hufbein innerhalb der Hornkapsel befestigen.
Im schlimmsten Fall kann es zu einer Verlagerung oder sogar Rotation des Hufbeins kommen – ein ernsthafter Notfall, der sofort tierärztlich behandelt werden muss.
Warum ist Hufrehe so gefährlich?
Die Huflederhaut ist stark durchblutet und spielt eine zentrale Rolle bei der Versorgung des Hufes.
Kommt es zu einer Entzündung, entstehen:
- starke Schmerzen
- Durchblutungsstörungen
- Schäden an den tragenden Strukturen des Hufes
- Veränderungen der Hufmechanik
Unbehandelt kann Hufrehe chronisch werden und die Lebensqualität des Pferdes dauerhaft beeinträchtigen.
Erste Warnsignale erkennen
Viele Pferde zeigen anfangs nur subtile Veränderungen.
Typische Anzeichen sind:
- warme Hufe
- verstärkte Pulsation an den Fesselarterien
- fühliges oder vorsichtiges Laufen
- häufiges Gewichtsverlagern
- verkürzte Schritte
- Bewegungsunlust
- Schwierigkeiten beim Wenden
Je früher diese Warnsignale erkannt werden, desto besser sind die Behandlungsmöglichkeiten.
Die typische Entlastungshaltung
Ein klassisches Symptom bei Hufrehe ist die sogenannte Rehehaltung.
Dabei versucht das Pferd, den Druck auf die schmerzhaften Vorderhufe zu reduzieren:
- Vorderbeine werden nach vorne gestellt
- Hinterbeine weit unter den Körper geschoben
- Bewegungen wirken steif und vorsichtig
Diese Haltung ist ein deutliches Warnsignal und sollte sofort abgeklärt werden.
Häufige Ursachen für Hufrehe
Hufrehe kann verschiedene Auslöser haben.
Fütterungsfehler
Eine der häufigsten Ursachen ist eine übermäßige Aufnahme leicht verdaulicher Kohlenhydrate.
Dazu gehören beispielsweise:
- zu viel frisches Weidegras
- große Mengen Kraftfutter
- plötzliche Futterumstellungen
Stoffwechselerkrankungen
Besonders gefährdet sind Pferde mit:
- Equinem Metabolischen Syndrom (EMS)
- Insulinresistenz
- PPID (Equines Cushing-Syndrom)
Übergewicht
Übergewicht erhöht das Risiko für Stoffwechselprobleme und damit auch für Hufrehe erheblich.
Entzündliche Prozesse
Auch schwere Infektionen oder andere Entzündungen im Körper können eine Hufrehe auslösen.
Welche Pferde sind besonders gefährdet?
Ein erhöhtes Risiko haben häufig:
- leichtfuttrige Pferde
- Ponys
- Robustrassen
- übergewichtige Pferde
- Pferde mit Stoffwechselerkrankungen
Gerade bei diesen Tieren sollte die Hufgesundheit besonders aufmerksam überwacht werden.
Was tun bei Verdacht auf Hufrehe?
Besteht der Verdacht auf Hufrehe, sollte umgehend ein Tierarzt kontaktiert werden.
Bis zur Untersuchung können folgende Maßnahmen sinnvoll sein:
- Bewegung einschränken
- weichen Untergrund bereitstellen
- kein Weidegang
- Fütterung überprüfen
👉 Wichtig: Eigenbehandlungen sollten niemals den Tierarztbesuch ersetzen.
Vorbeugung: So kannst du das Risiko reduzieren
Die beste Maßnahme gegen Hufrehe ist Prävention.
Wichtige Faktoren sind:
- angepasstes Körpergewicht
- kontrollierte Weidezeiten
- ausgewogene Fütterung
- regelmäßige Bewegung
- Kontrolle des Stoffwechsels
- regelmäßige Hufpflege
Besonders bei gefährdeten Pferden lohnt es sich, Veränderungen frühzeitig ernst zu nehmen.
Fazit: Frühes Erkennen kann entscheidend sein
Hufrehe gehört zu den schwerwiegendsten Erkrankungen des Pferdehufs. Die ersten Anzeichen werden jedoch häufig übersehen oder falsch eingeschätzt.
Wärme im Huf, fühliges Laufen oder kleine Veränderungen im Bewegungsablauf sollten deshalb immer ernst genommen werden.
Pferde zeigen Schmerzen oft erst dann deutlich, wenn die Belastung bereits groß ist. Wer aufmerksam bleibt und früh reagiert, kann entscheidend dazu beitragen, die Gesundheit und Beweglichkeit seines Pferdes langfristig zu erhalten.