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Mauke beim Pferd im Herbst: Wenn Matsch und Nässe die Haut belasten

Mauke beim Pferd im Herbst: Wenn Matsch und Nässe die Haut belasten

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Der Herbst ist da. Und mit ihm der Matsch.

Morgens noch schnell die Beine sauber machen.

Nachmittags steht das Pferd wieder bis über die Fesseln im Matsch.

Abends noch einmal abspritzen.

Kommt dir bekannt vor?

Der Herbst stellt Pferdehalter jedes Jahr vor die gleiche Herausforderung. Regen und aufgeweichte Böden lassen sich kaum vermeiden – und irgendwann sieht gefühlt jedes Pferdebein gleich aus: nass, matschig und dreckig.

Das ist zunächst kein Drama.

Problematisch kann es allerdings werden, wenn die Haut über längere Zeit feucht bleibt, ihre natürliche Schutzbarriere beeinträchtigt wird und kleine Hautschäden entstehen.

Dann haben Bakterien und andere Mikroorganismen leichteres Spiel.

Eine mögliche Folge: Mauke.

Was ist Mauke beim Pferd eigentlich?

Mauke ist keine einzelne Erkrankung mit nur einer möglichen Ursache.

Der Begriff beschreibt vielmehr entzündliche Hautveränderungen im Bereich der unteren Gliedmaßen, besonders häufig in der Fesselbeuge.

In der Tiermedizin wird in diesem Zusammenhang auch von einer Fesselbeugendermatitis gesprochen.

Das Erscheinungsbild kann sehr unterschiedlich sein.

Während bei einem Pferd zunächst nur eine kleine gerötete Stelle auffällt, können sich bei anderen Pferden Krusten, nässende Bereiche, Schwellungen oder schmerzhafte Hautveränderungen entwickeln.

Deshalb ist es sinnvoll, schon kleine Veränderungen ernst zu nehmen.

Warum tritt Mauke gerade im Herbst häufiger auf?

Unsere Haut – und auch die Haut des Pferdes – ist eine wichtige Barriere gegenüber der Umwelt.

Wird diese Barriere gestört, können Reizstoffe und Krankheitserreger leichter eindringen.

Und genau hier kommt das typische Herbstwetter ins Spiel.

Steht dein Pferd über Stunden auf nassem Untergrund, sind auch die Beine dauerhaft Feuchtigkeit, Schlamm und Schmutz ausgesetzt.

Die Haut kann aufweichen und empfindlicher werden.

Kommen kleine Verletzungen oder bereits gereizte Haut hinzu, entstehen mögliche Eintrittspforten für Mikroorganismen.

Nicht der Matsch allein macht also die Mauke.

Vielmehr können verschiedene Faktoren zusammenkommen.

Welche Pferde sind besonders anfällig für Mauke?

Grundsätzlich kann jedes Pferd betroffen sein.

Es gibt allerdings Faktoren, die Hautprobleme im Fesselbereich begünstigen können.

Dazu gehören unter anderem:

  • dauerhaft feuchte und matschige Böden
  • kleine Verletzungen der Haut
  • bereits geschädigte oder empfindliche Haut
  • sehr dichter Fesselbehang
  • unzureichende Stall- und Paddockhygiene
  • häufiger Wechsel zwischen nass und trocken
  • bestehende Hauterkrankungen
  • Parasiten oder andere zugrunde liegende Erkrankungen

Auch Pferde mit weißen beziehungsweise unpigmentierten Hautbereichen an den Beinen können empfindlicher auf bestimmte Hautprobleme reagieren.

Wichtig ist jedoch:

Mauke ist nicht einfach eine Frage von „schlechter Pflege“.

Auch bei gut gepflegten Pferden können Hautveränderungen auftreten.

Die ersten Anzeichen werden schnell übersehen

Mauke beginnt nicht zwangsläufig mit einem komplett entzündeten Pferdebein.

Gerade unter dichtem Fesselbehang können erste Veränderungen leicht verborgen bleiben.

Deshalb lohnt es sich im Herbst, die Beine regelmäßig nicht nur anzuschauen, sondern auch vorsichtig abzutasten.

Frühe Anzeichen können sein:

  • gerötete Haut
  • kleine Schuppen
  • trockene oder raue Stellen
  • kleine Krusten
  • verklebtes Fell
  • empfindliche Haut
  • nässende Bereiche

Später können stärkere Krusten, deutliche Entzündungen und Schwellungen hinzukommen.

Manche Pferde reagieren außerdem schmerzhaft auf Berührungen oder zeigen Lahmheit.

Je früher Hautveränderungen auffallen, desto besser.

Matschbeine jeden Tag waschen? Lieber nicht automatisch.

Das Pferd kommt mit komplett verschlammten Beinen vom Paddock.

Der erste Impuls:

Wasserschlauch an und alles gründlich sauber machen.

Das sieht anschließend zwar deutlich schöner aus – für die Haut ist tägliches Waschen aber nicht zwangsläufig die beste Lösung.

Häufiges Waschen kann die Haut zusätzlich beanspruchen. Besonders problematisch wird es, wenn die Beine anschließend nicht vollständig trocknen können.

Das Ergebnis:

Die Haut ist ohnehin durch Feuchtigkeit belastet und wird durch weiteres Waschen immer wieder nass.

Sauber ist also nicht automatisch hautfreundlich.

Was tun mit matschigen Pferdebeinen?

Ist dein Pferd gesund und die Haut intakt, muss nicht jedes bisschen Matsch sofort entfernt werden.

Oft kann es sinnvoller sein, die Beine zunächst trocknen zu lassen.

Getrockneter Schmutz lässt sich anschließend häufig vorsichtig abbürsten.

Dabei solltest du allerdings genau hinschauen.

Bei bereits entzündeter, schmerzhafter oder verletzter Haut ist kräftiges Bürsten natürlich keine gute Idee.

Die richtige Pflege hängt deshalb immer davon ab, wie die Haut unter dem Matsch tatsächlich aussieht.

Die Haut braucht vor allem eines: Zeit zum Trocknen

Dauerfeuchtigkeit ist einer der Faktoren, die Hautprobleme begünstigen können.

Deshalb ist es hilfreich, wenn dein Pferd nicht rund um die Uhr auf tiefem, nassem Untergrund stehen muss.

Natürlich lässt sich ein Paddock im Herbst nicht trocken zaubern.

Aber besonders stark frequentierte Bereiche lassen sich häufig verbessern.

Dazu gehören beispielsweise:

  • der Bereich rund um die Heuraufe
  • Zugänge zur Weide
  • Tore und Durchgänge
  • Bereiche rund um Tränken
  • Unterstände
  • Laufwege

Gerade dort entsteht häufig besonders tiefer Matsch.

Befestigte und möglichst trockene Standflächen können deshalb einen großen Unterschied machen.

Fesselbehang: dranlassen oder abschneiden?

Darüber wird in Pferdeställen gern diskutiert.

Dichter Fesselbehang kann einerseits einen gewissen natürlichen Schutz bieten. Andererseits hält sehr dichtes oder langes Haar Feuchtigkeit und Schmutz unter Umständen länger an der Haut und erschwert die tägliche Kontrolle.

Eine pauschale Antwort gibt es deshalb nicht.

Ein gesundes Pferd muss nicht vorsorglich komplett geschorene Beine bekommen, nur weil Oktober ist.

Bestehen bereits Hautprobleme, kann es dagegen in bestimmten Fällen sinnvoll sein, Haare vorsichtig zu kürzen, damit betroffene Bereiche besser beurteilt und behandelt werden können.

Das sollte insbesondere bei ausgeprägten Veränderungen mit der Tierarztpraxis abgestimmt werden.

Bitte nicht einfach jede Kruste abknibbeln

Eine Kruste entdeckt – und schon wandern die Finger hin.

Besser nicht.

Fest sitzende Krusten gewaltsam zu entfernen, kann die darunterliegende Haut erneut verletzen und Schmerzen verursachen.

Ob und wie Krusten entfernt werden sollten, hängt vom jeweiligen Hautbefund und der Behandlung ab.

Gerade bei stärkerer Mauke sollte deshalb nicht nach dem Prinzip „Hauptsache alles runter“ gearbeitet werden.

Vorsicht mit Hausmitteln

Von Zinksalbe über Öle bis zu verschiedensten selbst angerührten Mischungen kursieren unzählige Tipps gegen Mauke.

Das Problem:

Was bei einem Pferd und einer bestimmten Ursache sinnvoll erscheint, kann bei einem anderen Hautbefund ungeeignet sein.

Mauke kann unterschiedliche Ursachen und Auslöser haben. Unter einer dicken Schicht irgendeiner Salbe verschwindet diese Ursache nicht automatisch.

Bei wiederkehrenden, schmerzhaften oder ausgeprägten Hautveränderungen sollte deshalb zunächst geklärt werden, was dahintersteckt.

Mauke ist nicht immer nur ein Hautproblem

Gerade bei wiederkehrender oder hartnäckiger Mauke lohnt sich ein genauerer Blick.

Hinter Hautveränderungen im Fesselbereich können unterschiedliche Faktoren stecken – von Infektionen über Parasiten bis hin zu anderen Erkrankungen.

Deshalb sollte insbesondere chronische Mauke nicht einfach jeden Herbst mit der gleichen Salbe behandelt werden, ohne die Ursache zu kennen.

Auch die gesamte Haltung, Fütterung und der Gesundheitszustand des Pferdes können bei der Beurteilung eine Rolle spielen.

Welche Rolle spielt die Fütterung für die Haut?

Gesunde Haut entsteht natürlich nicht allein durch Pflege von außen.

Der Organismus benötigt eine bedarfsgerechte Versorgung mit Energie, Protein, essenziellen Fettsäuren, Vitaminen und Spurenelementen.

Deshalb lohnt sich insbesondere bei wiederkehrenden Haut- und Fellproblemen ein Blick auf die gesamte Ration.

Dabei gilt aber auch:

Mehr hilft nicht automatisch mehr.

Spurenelemente und Mineralstoffe sollten nicht auf Verdacht hoch dosiert ergänzt werden. Entscheidend ist eine zum Pferd und zum Grundfutter passende Versorgung.

Ergänzungsfuttermittel können eine Ration gezielt ergänzen – sie ersetzen aber weder gutes Haltungsmanagement noch die Behandlung einer bestehenden Hauterkrankung.

Kann man Mauke beim Pferd vorbeugen?

Eine hundertprozentige Garantie gibt es nicht.

Du kannst aber Bedingungen schaffen, die Haut und Beine deines Pferdes im Herbst möglichst wenig belasten.

Besonders wichtig sind dabei ein paar einfache Grundsätze:

Feuchtigkeit reduzieren: Sorge nach Möglichkeit dafür, dass dein Pferd regelmäßig auf trockenen Flächen stehen kann.

Matschbereiche verbessern: Besonders stark beanspruchte Flächen rund um Tore, Tränken und Futterstellen verdienen Aufmerksamkeit.

Beine regelmäßig kontrollieren: Je früher kleine Hautveränderungen auffallen, desto schneller kannst du reagieren.

Nicht unnötig waschen: Matsch muss nicht nach jedem Paddockbesuch mit Wasser entfernt werden.

Hautbarriere respektieren: Zu intensives Bürsten, aggressive Reinigungsmittel und ständiges Manipulieren können empfindliche Haut zusätzlich reizen.

Fütterung überprüfen: Eine bedarfsgerechte Ration liefert die Grundlage für Haut, Fell und den gesamten Organismus.

Ein kleiner Herbst-Check für Pferdebeine

Im Oktober darf der Blick ruhig häufiger Richtung Fesselbeuge gehen.

Frag dich regelmäßig:

Wie fühlt sich die Haut an?

Gibt es kleine Krusten?

Sind Stellen gerötet oder ungewöhnlich warm?

Ist das Fell verklebt?

Sind die Beine geschwollen?

Reagiert mein Pferd empfindlich auf Berührung?

Steht es über viele Stunden im Nassen?

Hat es täglich die Möglichkeit, auf trockenen Flächen zu stehen?

Diese paar Minuten können helfen, Veränderungen frühzeitig zu entdecken.

Wann sollte der Tierarzt bei Mauke kommen?

Kleine Hautveränderungen sollten beobachtet und entsprechend versorgt werden.

Tierärztlicher Rat ist insbesondere sinnvoll, wenn:

  • sich die Veränderungen ausbreiten
  • die Haut stark entzündet oder nässend ist
  • deutliche Schwellungen auftreten
  • dein Pferd Schmerzen zeigt
  • Lahmheit hinzukommt
  • die Stellen immer wieder auftreten
  • die Behandlung keine Verbesserung bringt
  • du dir bei der Ursache unsicher bist

Bei starken Schwellungen, deutlichen Schmerzen oder einem beeinträchtigten Allgemeinzustand solltest du zeitnah reagieren.

Denn hinter einem vermeintlich kleinen Hautproblem kann mehr stecken.

Häufige Fragen zu Mauke beim Pferd

Was ist Mauke beim Pferd?

Mauke bezeichnet entzündliche Hautveränderungen im unteren Bereich der Pferdebeine, häufig in der Fesselbeuge. Es handelt sich nicht um eine einzelne Erkrankung mit nur einer Ursache.

Kommt Mauke durch Matsch?

Matsch allein ist nicht zwangsläufig die Ursache. Dauerhafte Feuchtigkeit und aufgeweichte Haut können jedoch die natürliche Hautbarriere beeinträchtigen und Hautprobleme begünstigen.

Sollte man Matschbeine jeden Tag waschen?

Nicht unbedingt. Häufiges Waschen bedeutet zusätzliche Feuchtigkeit und kann empfindliche Haut weiter beanspruchen. Bei gesunder Haut kann es je nach Situation sinnvoller sein, Matsch trocknen zu lassen und anschließend vorsichtig auszubürsten.

Darf man Krusten bei Mauke entfernen?

Fest sitzende Krusten sollten nicht einfach gewaltsam abgeknibbelt werden. Das kann Schmerzen verursachen und die Haut erneut verletzen. Bei bestehender Mauke sollte die Pflege auf den individuellen Befund abgestimmt werden.

Ist Mauke ansteckend?

Das lässt sich nicht pauschal beantworten, weil „Mauke“ lediglich ein Sammelbegriff für verschiedene Hautveränderungen ist. Je nach zugrunde liegender Ursache können unterschiedliche Erreger oder Parasiten beteiligt sein. Deshalb ist eine genaue Diagnose bei hartnäckigen Fällen wichtig.

Warum bekommt mein Pferd jeden Herbst Mauke?

Wiederkehrende Mauke kann mit den veränderten Haltungsbedingungen im Herbst zusammenhängen, sollte aber nicht automatisch darauf reduziert werden. Bei regelmäßig auftretenden Problemen ist es sinnvoll, Haltung, Hautpflege, mögliche Grunderkrankungen und weitere Ursachen genauer untersuchen zu lassen.

Fazit: Nicht jedes matschige Pferdebein muss blitzblank sein

Der Herbst gehört zur Pferdehaltung.

Und Matsch meistens leider auch.

Das Ziel kann deshalb nicht sein, jeden Kontakt mit Nässe und Schmutz zu verhindern.

Viel wichtiger ist es, die Hautbarriere möglichst intakt zu halten und Veränderungen frühzeitig zu erkennen.

Trockene Standflächen schaffen, Beine kontrollieren, unnötiges Waschen vermeiden und bei ersten Auffälligkeiten genauer hinschauen – oft sind es genau diese einfachen Dinge, die im Herbst zählen.

Denn manchmal ist die beste Pflege nicht, noch mehr zu schrubben, zu waschen und zu cremen.

Sondern dem Pferdebein auch einfach mal die Chance zu geben, wieder richtig trocken zu werden.

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