Der Sommer bringt lange Ausritte, saftig grüne Wiesen und viele Stunden im Freien. Doch hohe Temperaturen, intensive Sonneneinstrahlung und lästige Insekten können für Pferde schnell zur Belastung werden. Mit der richtigen Pflege und etwas Aufmerksamkeit kannst du deinem Pferd helfen, gesund und entspannt durch die warme Jahreszeit zu kommen.
In diesem Beitrag erfährst du, worauf du im Sommer besonders achten solltest.
Warum Hitze für Pferde zur Belastung werden kann
Pferde können ihre Körpertemperatur grundsätzlich gut regulieren, indem sie schwitzen. Bei anhaltender Hitze oder hoher Luftfeuchtigkeit stößt dieser Mechanismus jedoch an seine Grenzen. Vor allem ältere Pferde, Fohlen, übergewichtige Tiere und Pferde mit Stoffwechsel- oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen reagieren empfindlicher auf hohe Temperaturen.
Auch intensive Arbeit in der Mittagshitze kann den Kreislauf stark belasten.
1. Ausreichend Wasser ist das A und O
Ein Pferd benötigt im Sommer deutlich mehr Wasser als in den kühleren Jahreszeiten. Je nach Größe, Aktivität und Temperatur kann der tägliche Bedarf zwischen 30 und über 60 Litern liegen.
Achte darauf, dass:
- jederzeit frisches Wasser verfügbar ist
- Tränken regelmäßig gereinigt werden
- Wasser weder verschmutzt noch zu warm ist
- auf Turnieren oder Ausritten ausreichend Wasser eingeplant wird
2. Schatten muss jederzeit verfügbar sein
Ob auf der Weide oder dem Paddock – Pferde brauchen an heißen Tagen jederzeit die Möglichkeit, sich in den Schatten zurückzuziehen.
Geeignet sind beispielsweise:
- Unterstände
- große Bäume
- offene Stallbereiche mit guter Luftzirkulation
Gerade Pferde mit heller Haut oder rosa Nüstern profitieren zusätzlich von einem UV-Schutz.
3. Training an die Temperaturen anpassen
An heißen Sommertagen sollte das Training möglichst in die frühen Morgenstunden oder den Abend verlegt werden.
Verzichte möglichst auf:
- intensive Dressurarbeit in der Mittagshitze
- lange Galoppstrecken bei hohen Temperaturen
- anstrengende Transporte während der heißesten Tageszeit
Passe Intensität und Dauer immer den Wetterbedingungen an.
4. Nach dem Reiten richtig abkühlen
Nach dem Training sollte dein Pferd langsam heruntergekühlt werden.
Ideal ist:
- abspritzen mit kühlem Wasser (Beine beginnen, anschließend Hals und Körper)
- überschüssiges Wasser mit einem Schweißmesser entfernen
- im Schatten trocken führen
Das verhindert einen Wärmestau und unterstützt die Regeneration.
5. Fliegen und Bremsen stressen Pferde zusätzlich
Im Sommer gehören Insekten leider zum Alltag.
Zum Schutz eignen sich:
- Fliegenmasken
- Fliegendecken
- Fliegensprays
- Weidegang außerhalb der stärksten Insektenzeiten
- saubere Stallhygiene
Ein guter Insektenschutz sorgt nicht nur für mehr Wohlbefinden, sondern reduziert auch Stress und Verletzungen durch Scheuern.
6. Elektrolyte können sinnvoll sein
Pferde verlieren beim Schwitzen nicht nur Wasser, sondern auch wichtige Mineralstoffe.
Bei starker körperlicher Belastung oder an sehr heißen Tagen können Elektrolyte helfen, diesen Verlust auszugleichen. Ob eine Ergänzung sinnvoll ist, hängt von Trainingsintensität, Fütterung und Gesundheitszustand des Pferdes ab.
7. Anzeichen einer Überhitzung erkennen
Eine Überhitzung kann schnell gefährlich werden.
Achte auf folgende Symptome:
- starkes oder plötzlich ausbleibendes Schwitzen
- schnelle Atmung
- erhöhter Puls
- Teilnahmslosigkeit
- Muskelzittern
- Koordinationsprobleme
- dunkle Schleimhäute
Bei Verdacht solltest du dein Pferd sofort in den Schatten bringen, langsam kühlen und unverzüglich tierärztliche Hilfe verständigen.
8. Weidegang sinnvoll planen
Viele Pferde genießen den Sommer auf der Weide.
Bei großer Hitze kann es sinnvoll sein, den Weidegang in die kühleren Morgen- oder Abendstunden zu verlegen. So werden sowohl die Hitzebelastung als auch der Insektendruck reduziert.
9. Fell- und Hautpflege nicht vergessen
Schweiß, Staub und Insekten können Haut und Fell stark beanspruchen.
Regelmäßiges Putzen entfernt Schmutz und fördert gleichzeitig die Durchblutung. Kontrolliere außerdem Mähne, Schweif und Haut regelmäßig auf Scheuerstellen oder kleine Verletzungen.
10. Hufpflege bleibt auch im Sommer wichtig
Trockene Böden können Hufe stark beanspruchen.
Achte deshalb auf:
- regelmäßige Hufkontrolle
- ausreichende Feuchtigkeit der Hufe
- Termine beim Hufschmied
- saubere und trockene Standflächen
Gesunde Hufe sind die Grundlage für ein leistungsfähiges und zufriedenes Pferd.
Fazit: Gut vorbereitet durch den Sommer
Mit ausreichend Wasser, schattigen Rückzugsmöglichkeiten, angepasstem Training und einem guten Insektenschutz lässt sich die warme Jahreszeit für dein Pferd sicher und angenehm gestalten.
Beobachte dein Pferd aufmerksam, passe den Tagesablauf an die Temperaturen an und reagiere frühzeitig auf Anzeichen von Hitzestress. So steht entspannten Ausritten und schönen Sommertagen im Stall nichts im Weg.